Mathematische Formulierungen von Messungen
Die Lektion beginnt mit zwei äquivalenten mathematischen Beschreibungen von Messungen:
- Allgemeine Messungen können durch Sammlungen von Matrizen beschrieben werden – eine für jedes Messergebnis –, die die Beschreibung projektiver Messungen verallgemeinern.
- Allgemeine Messungen können als Kanäle beschrieben werden, deren Ausgaben stets klassische Zustände sind (dargestellt durch Diagonaldichtematrizen).
Wir beschränken unsere Betrachtung auf Messungen mit endlich vielen möglichen Ergebnissen. Zwar ist es möglich, Messungen mit unendlich vielen möglichen Ergebnissen zu definieren, doch treten diese im Kontext von Berechnung und Informationsverarbeitung weit seltener auf; zudem erfordern sie zusätzliche Mathematik (nämlich Maßtheorie), um sie ordnungsgemäß zu formalisieren.
Zunächst konzentrieren wir uns auf sogenannte destruktive Messungen, bei denen das Messergebnis allein der klassische Messwert ist – ohne Angabe des Post-Messzustands des gemessenen Systems. Anschaulich kann man sich vorstellen, dass eine solche Messung das Quantensystem selbst zerstört oder dass das System unmittelbar nach der Messung verworfen wird. Im weiteren Verlauf der Lektion erweitern wir unsere Betrachtung auf nicht-destruktive Messungen, bei denen es sowohl ein klassisches Messergebnis als auch einen Post-Messzustand des gemessenen Systems gibt.
Messungen als Sammlungen von Matrizen
Sei ein zu messendes System, und nehme der Einfachheit halber an, dass die klassische Zustandsmenge von gleich für eine positive ganze Zahl ist, sodass Dichtematrizen, die Quantenzustände von beschreiben, -Matrizen sind. Wir werden nur selten auf die klassischen Zustände von verweisen müssen, aber es ist praktisch, auf , die Anzahl der klassischen Zustände von , Bezug zu nehmen. Wir nehmen außerdem an, dass die möglichen Ergebnisse der Messung die ganzen Zahlen für eine positive ganze Zahl sind.
Diese Namen dienen lediglich der Vereinfachung; alles Folgende lässt sich problemlos auf andere endliche Mengen von klassischen Zuständen und Messergebnissen verallgemeinern, indem man sie entsprechend umbenennt.
Projektive Messungen
Eine projektive Messung wird durch eine Sammlung von Projektionsmatrizen beschrieben, die zur Identitätsmatrix summieren. In Symbolen:
beschreibt eine projektive Messung von , falls jedes eine -Projektionsmatrix ist und die folgende Bedingung erfüllt ist.
Wird eine solche Messung an einem System durchgeführt, das sich im Zustand befindet, so tritt jedes Ergebnis mit Wahrscheinlichkeit auf. Der Post-Messzustand von ergibt sich durch Normierung des Vektors , den wir hier jedoch noch ignorieren.
Wird der Zustand von statt durch einen Quantenzustandsvektor durch eine Dichtematrix beschrieben, lässt sich die Wahrscheinlichkeit für Ergebnis alternativ als ausdrücken.
Ist ein reiner Zustand, so sind die beiden Ausdrücke gleich: