Quantenzustandsdiskriminierung und Tomographie
Im letzten Teil der Lektion betrachten wir kurz zwei Aufgaben im Zusammenhang mit Messungen: Quantenzustandsdiskriminierung und Quantenzustandstomographie.
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Quantenzustandsdiskriminierung
Bei der Quantenzustandsdiskriminierung haben wir eine bekannte Sammlung von Quantenzuständen zusammen mit Wahrscheinlichkeiten die diesen Zuständen zugeordnet sind. Eine prägnante Weise, das auszudrücken, ist zu sagen, dass wir ein Ensemble
von Quantenzuständen haben.
Eine Zahl wird zufällig gemäß den Wahrscheinlichkeiten gewählt, und das System wird im Zustand präpariert. Das Ziel ist es, durch eine Messung von allein zu bestimmen, welcher Wert von gewählt wurde.
Wir haben also eine endliche Anzahl von Alternativen sowie einen Prior — unser Wissen über die Wahrscheinlichkeit, mit der jedes ausgewählt wird — und das Ziel ist es zu bestimmen, welche Alternative tatsächlich eingetreten ist. Das kann für manche Wahlen von Zuständen und Wahrscheinlichkeiten einfach sein, und für andere ist es möglicherweise nicht ohne eine gewisse Fehlerwahrscheinlichkeit möglich.
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Quantenzustandstomographie
Bei der Quantenzustandstomographie haben wir einen unbekannten Quantenzustand eines Systems — anders als bei der Quantenzustandsdiskriminierung gibt es also typischerweise keinen Prior und keine Informationen über mögliche Alternativen.
Diesmal ist es jedoch nicht eine einzige Kopie des Zustands, die zur Verfügung gestellt wird, sondern viele unabhängige Kopien. Das heißt, identische Systeme werden jeweils unabhängig im Zustand für eine (möglicherweise große) Zahl präpariert. Das Ziel ist es, eine Annäherung des unbekannten Zustands als Dichtematrix zu finden, indem die Systeme gemessen werden.
Diskriminierung zwischen zwei Zuständen
Der einfachste Fall der Quantenzustandsdiskriminierung ist jener, in dem zwei Zustände, und diskriminiert werden sollen.
Stell dir eine Situation vor, in der ein Bit zufällig gewählt wird: mit Wahrscheinlichkeit und mit Wahrscheinlichkeit Ein System wird im Zustand präpariert, also oder abhängig vom Wert von und uns übergeben. Unser Ziel ist es, den Wert von durch eine Messung an korrekt zu bestimmen. Konkret wollen wir die Wahrscheinlichkeit maximieren, dass unsere Vermutung korrekt ist.
Eine optimale Messung
Eine optimale Methode zur Lösung dieses Problems beginnt mit einer Spektralzerlegung einer gewichteten Differenz zwischen und wobei die Gewichte die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten sind.
Beachte, dass in diesem Ausdruck ein Minuszeichen statt eines Pluszeichens steht: Das ist eine gewichtete Differenz, keine gewichtete Summe.
Wir können die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Vermutung maximieren, indem wir eine projektive Messung wie folgt auswählen. Zunächst teilen wir die Elemente von in zwei disjunkte Mengen und auf, je nachdem, ob der entsprechende Eigenwert der gewichteten Differenz nichtnegativ oder negativ ist.
Wir können dann eine projektive Messung wie folgt wählen.
(Es spielt eigentlich keine Rolle, in welche Menge oder wir die Werte von einschließen, für die gilt. Hier wählen wir diese Werte willkürlich in einzuschließen.)
Das ist eine optimale Messung für die vorliegende Situation, die die Wahrscheinlichkeit einer inkorrekten Bestimmung des gewählten Zustands minimiert.
Korrektheitwahrscheinlichkeit
Nun bestimmen wir die Korrektheitwahrscheinlichkeit für die Messung
Zunächst müssen wir uns nicht wirklich um die spezifische Wahl von und sorgen, auch wenn es hilfreich sein kann, sie im Hinterkopf zu behalten. Für jede Messung (nicht unbedingt projektiv) können wir die Korrektheitwahrscheinlichkeit wie folgt schreiben.
Unter Verwendung der Tatsache, dass eine Messung ist, sodass gilt, können wir diesen Ausdruck wie folgt umschreiben.